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Milben gehören zu den Spinnentieren und sind (außer im Hochgebirge, im arktischen Raum und in Wüsten) auf der ganzen Welt anzutreffen. Bisher sind über 30000 Arten beschrieben worden. Von besonderer allergologischer Bedeutung sind die Hausstaubmilben (Dermatophagoides pteronyssinus, Dermatophagoides farinae). Sie leben in Bettzeug; in Matratzen; auf Teppichen; auf Haustieren; auf Postermöbeln; in Textilien, auf Stofftieren. Hauptallergenquelle sind die Ausscheidungen der Milben. Sie kommen das ganze Jahr über im Hausstaub vor und ernähren sich hpts. Von menschlichen Hautschuppen.

Für optimale Vermehrungs- und Wachstumsbedingungen brauchen sie eine Temperatur von ca. 25°C und eine Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80%.

Wie bemerke ich eine Milbenallergie?

Im Gegensatz zum Heuschnupfen sind bei einer Milbenallergie die Beschwerden oft nicht so leicht auf die allergische Ursache zurück zu führen.
Gerade im Winter zur Erkältungszeit haben viele Menschen Husten und Schnupfen. Nicht immer steckt aber ein grippaler Infekt hinter den Beschwerden. Es kommt häufig vor, dass eine verstopfte Nase, Atembeschwerden oder Husten im Winterhalbjahr für Symptome einer Erkältung gehalten werden, obwohl tatsächlich eine Allergie auf Milben die Ursache ist.

Symptome einer Milbenallergie gleichen einer Erkältung:
Allergien können sich unterschiedlich äußern und sehr unterschiedliche Ursachen haben. Hausstaubmilben rufen oft einen allergischen Dauerschnupfen mit chronischer Verstopfung der Nase hervor. Es kann aber auch zu Asthma mit Husten, pfeifender Atmung und Luftnot kommen, wenn die Bronchialschleimhaut allergisch reagiert. Bei allergischem Asthma sind die Atemwege durch eine allergische Entzündung verengt, denn die Bronchialschleimhaut schwillt an, es bildet sich zäher Schleim und die Atemwegsmuskulatur verkrampft sich. Die Symptome von Atemwegsallergien können leicht mit einem grippalen Infekt verwechselt werden. Bei beiden Erkrankungen treten häufig Schnupfen, Niesen, gerötete Augen, Husten, Atembeschwerden und Abgeschlagenheit auf.

Wie stellt der Arzt eine Milbenallergie fest?

Auch die Milbenallergien können mit einem Hauttest nachgewiesen werden. Außerdem finden sich bei einer Blutuntersuchung vermehrt die für Allergien typischen Immunglobulin-E (IgE) Antikörper. Zur Bestätigung einer Reaktion an der Nasenschleimhaut wird der Allergologe dann noch eine sog. Provokationstestung durchführen und das Allergen auf die Nasenschleimhaut aufbringen um die Reaktionsstärke zu bestimmen.

Tipps für den Alltag

Die gründliche Reinigung der betreffenden Textilien ist grundsätzlich empfehlenswert. Mechanische Reinigungsverfahren (Staub saugen, Wischen, Ausklopfen, Kehren) bewirken eine Allergenreduktion durch Entfernung von Kotbestandteilen und toten Milbenkörpern. Die lebende Milbenpopulation wird hierdurch jedoch kaum reduziert. Dies liegt u.a. daran, dass Milben sich in den tiefen Abschnitten der textilen Fasern aufhalten und sich an diesen festklammern können.

Staubsauger sollten Feinstaubfilter zur Rückhaltung der eingesaugten Allergene erhalten und diese sollten entsprechend den Herstellerangaben regelmäßig gewechselt werden. Die Abluftführung des Staubsaugergebläses sollte nach oben gerichtet sein, um den verbliebenen Staub nicht aufzuwirbeln.

Textilien (Bettwäsche, Kleidung) sollten bei > 60°C über ca. 60 Minuten gewaschen werden (oder Trockenreinigung), da dann zusätzlich zur Reinigung die Milben abgetötet werden. Alternativ können Kleidungsstücke (z.B. Wollsachen) trocken für 2 Stunden bei 60 °C im Wäschetrockner behandelt und anschließend in kalter oder lauwarmer Waschlauge gewaschen werden. Kleidungsstücke, die für diese Behandlung nicht geeignet sind, können bei niedrigeren Temperaturen (z.B. 30 °C) in Waschlauge mit kommerziell erhältlichen Waschzusätzen (z.B. Benzylbenzoat) gereinigt werden.
Für Kuscheltiere empfiehlt sich die identische Behandlung, und auch die Aufbewahrung über Nacht im Tiefkühlfach (-20 °C) wird empfohlen. Entgegen älterer Empfehlungen brauchen Gardinen und Vorhänge nicht entfernt zu werden.

Verhinderung des Kontakts mit Milbenallergen

Milben- und allergendichte Bezüge umschließen Matratze, Decke und Kissen vollständig (sog. „encasing“). Folgenden Ansprüchen sollten Milben- und Milbenallergenundurchlässige Bezüge genügen:

  • Sie dürfen sowohl für lebende Milben, als auch für Teile abgestorbener Milbenkörper und für das Hausstaubmilbenallergen selbst nicht penetrierbar sein.
  • Alle vorhandenen Nähte müssen verschweißt oder vernäht sein.
  • Auch Verschlüsse in Form von Reiß-, Gleit- oder Klettverschlüssen müssen entsprechend dicht sein; Nähte und Verschlüsse müssen mehrmaliges Waschen vertragen und dauerhafte Funktionalität aufweisen
  • Die Bezüge müssen die Matratze vollständig umschließen; sog. „Spannbezüge“ erfüllen diesen Zweck nicht.
  • Sie müssen für Wasserdampf durchlässig sein, um unnötiges Schwitzen des Patienten zu vermeiden.
  • Auch Kopfkissen, Oberbett und Decken müssen bezogen werden, bei Doppelbetten auch die Bettelemente des Partners.

Die Schaffung ungünstiger Lebensbedingungen für die Milben ist dauerhaft oft die erfolgreichste Methode. Eine Verringerung der relativen Luftfeuchtigkeit erreicht man ohne nennenswerte Einschränkungen der Lebensqualität meist durch ein umfassendes baubiologisches Konzept, das jedoch aus recht einfachen Maßnahmen bestehen kann. Hierzu gehören regelmäßiges Lüften, Beseitigung von Feuchtigkeitsquellen u.a. Maßnahmen.
Die Raumtemperatur sollte weitmöglichst reduziert werden. Zumindest im Schlafzimmer sollte die Temperatur tagsüber ca. 15 °C betragen.

Die Verwendung synthetischer Materialien zur Milbenreduktion kann heute nicht mehr generell empfohlen werden. Milben ernähren sich nicht von der Textilfaser, sondern von menschlichen Hautschuppen, die sich unabhängig vom textilen Material anreichern. Lediglich die Oberflächenbeschaffenheit hat einen Einfluss. So zeigen glatte Bezüge (Leder, Kunststoff) Vorteile.
Die Art der Raumheizung beeinflusst ebenfalls den Milbenallergengehalt in Wohnräumen. In fußbodenbeheizten Räumen besteht bodennah eine deutlich geringere Luftfeuchtigkeit und höhere Temperatur als bei anders geheizten Räumen (thermische Aufwirbelung). Besonders ungünstig sind ungleichmäßig beheizte Räume, z.B. durch Öfen, aber auch Heizungen mit Gebläse (Nachtspeicheröfen).

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